Ronny vs. Parkhaus
Ronny vs. Parkhaus - 10.04.2010 - Leipzig Halle 5
Die Band Steinkind hatte am 10.04.2010 zu einer Benefizgala geladen, um ihren Gitarristen Ronny vor einem Schuldenberg zu retten. Dieser war durch einen Unfall entstanden, den Ronny in einem Parkhaus mit einem geliehenen Wagen verursachte. Und weil die Selbstbeteiligungskosten an der Versicherung sehr hoch waren, sollte ihm unter die Arme gegriffen werden. Dazu gab es eben jene Gala, zu der vier Bands aufspielen sollten und alle Einnahmen gingen dann an den armen Delinquenten Ronny. Dem Benefizaufruf waren Camping im Keller, Schock und die Patenbrigade: Wolff gefolgt. Und natürlich traten Steinkind selbst auch auf.

Die Räumlichkeiten des Halle 5 e.V. in Leipzig füllten sich an diesem Abend nach und nach. Pünktlich 21 Uhr betraten Camping im Keller die Bühne als Erstes. Mit den Worten: "jetzt gibt's auf die Ohren und auf die Fresse" ging es los. Die beiden Leipziger Jungs starteten dann auch gleich mit dem Song "Verbal-Diarrhoe". Die ausschließlich deutschen und zum Teil recht philosophischen Texte von Sänger Matt waren durch den guten Sound immer verständlich.

Keyboarder Ron und Matt haben beide eine tolle Stimme, so dass der Gesang für die Ohren sehr angenehm war. Die musikalischen Klänge dazu regten zum Mitwippen an.
Es folgten Songs wie "weg" oder "Demut". Außerdem stellten sie einen niegelnagelneuen Song namens "Schlaf" vor. Der kam beim Publikum auch gut an.
Es folgten Songs wie "weg" oder "Demut". Außerdem stellten sie einen niegelnagelneuen Song namens "Schlaf" vor. Der kam beim Publikum auch gut an.

Matt und Ron hatten als Opener die schwierige Aufgabe, die Massen in Gang zu bringen. Doch trotz allem sprang der Funke über und es wurde applaudiert und auch schon mitgetanzt. Das letzte Lied des etwa 30-minütigen Sets war "Teufelsweib" und mit einem "Dank an Ronny, für die Chance, heut hier live spielen zu können" verließen die beiden unter Applaus die Bühne wieder.

Nach ca. 15 Minuten Umbau auf der Bühne ging es musikalisch mit Schock weiter. Mit dem Song "Tanz" ging es gleich in die Vollen. Alle 5 Mannen auf der Bühne rockten gut los. Auch das Publikum ging sofort mit. Die Stimmung war gut. Die einzige Rockband im LineUp des Abends hatte ihren Spaß. Sänger Micha spielte mit den Leuten vor der Bühne und verkündete: "ich begrüße euch ganz herzlich zu dieser kleinen Benefizgala".

Mit "Hilf mir" ging es dann weiter. Die Band habe "diesem Abend dankbar zugestimmt", denn sie "waren lange nicht hier" - in Leipzig, wo sie immer freudig empfangen werden. Einen kleinen Vorgeschmack auf das kommende Album gab es dann auch noch. "Wach auf" und "Babylon" wurden auf ihre Tauglichkeit getestet. Das Urteil fiel eindeutig positiv aus.
Der Sound war die ganze Zeit echt super, so dass das Zuhören eine Wonne war. Zudem war Micha mit seinem freien Oberkörper gegen Ende des Gigs auch eine Augenweide. Die Halle 5 füllte sich immer mehr, so dass immer mehr Zuschauer mitfeierten. "Ware Fleisch" und "Lust" wurden vom Publikum mitgesungen.

Es gab sogar noch eine Zugabe mit "Wie ein Tier". Bei der Zugabe fiel Micha von der Bühne, doch es ist nichts passiert. Ein kurzer Lacher und dann wurde mit Hingabe weitergesungen. Dieser Auftritt war etwa 40 Minuten lang. Doch dann mussten die Jungs die Bühne für die nachfolgende Band räumen.
Der Umbau für Patenbrigade: Wolff dauerte ein wenig länger, so dass jeder im Saal die Chance hatte, sich an der Bar zu stärken. Die Preise waren im Übrigen außergewöhnlich günstig. Außerdem konnte der Merchandise-Stand gestürmt werden.

Das Intro der Patenbrigade war das Propaganda-Kinderlied "Unsere Patenbrigade" aus tiefsten DDR-Zeiten. Die Brigadiere hatten wie immer ihre Bauarbeiter-Kluften in orange an und die Bau-Helme auf den Köpfen. Mit "Stalinallee" ging los und sofort wippte alles im Saal mit. Da die Welt ja von Klischees lebt, wurde das Klischee - Bauarbeiter mit Bierflasche - bei diesem Auftritt reichlich bedient.

Beim nächsten Song wurde Eigenwerbung betrieben, indem von 2 der Arbeiter ein großes Plakat mit der eigenen Homepage-URL hochgehalten wurde. Bei "Feind hört mit!" kam Sängerin Antje im strengen Sekretärinnen-Outfit hinzu und unterstützte die Jungs mit ihrem Gesang tatkräftig. Leider waren der Gesang bzw. die Ansagen von Lance durch den Verzerrer kaum verständlich.

Beim Lied "Gefahrestoffe" verteilten die Hilfsarbeiter Atemschutzmasken an das Publikum. Die Stimmung im Saal stieg immer mehr und die Zuschauer rückten immer mehr an die Bühne heran und feierten mit. Der absolute Ohrwurm der Show war aber "Volksarmee". Bevor die Show mit "Signal" und "Demokratischer Sektor" zu Ende ging, zerlegte Lance noch mit mehreren Hämmern und viel Inbrunst sein Keyboard, so dass die Teile nur so durch den Raum flogen. Das Ende kam dann recht abrupt, jedoch gab es mit "Ostberliner Bauarbeiter" noch eine kleine Zugabe.

Die gute Stimmung im Saal blieb somit gut erhalten und es konnte nach einer Umbaupause mit den Initiatoren des Abends - Steinkind - weitergehen. Die 3 Jungs begannen sehr laut. Bei "Kindgott" brodelte es gleich im Zuschauerraum. Es wurde sofort mitgesungen und mitgetanzt. Sandor, eine "Rampensau", wie sie im Buche steht, heizte dem Publikum von Beginn an mächtig ein.

Es folgten Lieder wie "Gottkomplex", "Ich bin zurück" und "Warum". Der Klang war wieder super. Leider war die Gitarre von Ronny ab und zu etwas arg laut und tat in den Ohren weh. Es machte totalen Spaß Sandor, Ronny und Phil zuzusehen, wie sie auf der Bühne abfeierten - das steckte jeden an. Die Live-Version von "Deutschland brennt" ist schneller, als die bekannte vom Album, so dass es immer wilder zuging beim Tanzen. Beim Song "Steinkind" gesellte sich Sandor zu den Leuten vor der Bühne und tanzte und sang mit ihnen. Lieder wie "Krank", "Trink mich" oder das Sisters of Mercy-Cover "Temple of love" durften auch nicht fehlen.

Letzteres gab es "Für den Weltfrieden und für Afghanistan" auf die Ohren. Bei "Ace of Spades" gab es sogar Pogo im Publikum - es machte also allen sichtlich Spaß und hätte ewig so weitergehen können. Doch wenn es am schönsten ist, soll ja bekanntlich Schluss sein. Ronny betrat zum Ende noch einmal allein die Bühne und stellte sich vor: "Ich bin der, wegen dem ihr heut alle hier seid. Danke." Der Abend sollte ihm ja finanziell aus der Patsche helfen, jedoch: "Es hat nicht ganz gereicht." Schade!

Alles in allem war es eine sehr gelungene Benefiz-Veranstaltung. Ronny konnte zumindest ein wenig geholfen werden. Die Mithilfe der Bands sei hier noch einmal besonders erwähnt und gewürdigt. Das war ganz großes Kino und solche Hilfe unter Musikern ist auf jeden Fall bewundernswert. Falls es wieder einmal eine solche Gala geben sollte, sind wir wieder gern dabei und unterstützen jeden guten Zweck.
Autor: Scratchcat
Fotos: Pyro
Fotos: Pyro















